Ist der Kauf von Bewertungen illegal?

von Brian Klanten

zuletzt aktualisiert am 4. September 2020

Positive Bewertungen haben stets das Potenzial, die Käufe eines Unternehmens anzukurbeln. Daher bieten die meisten Online-Händler entsprechend ein System an, in dem sie die Rezensionen der Kunden sammeln und anderen Interessierten zugänglich machen. Wer jedoch gerade erst mit seinem Unternehmen am Anfang steht, hat es entsprechend schwer. Eine Idee ist dann häufig, Bewertungen zu kaufen. Schaut man sich ein wenig im Netz um, scheint es locker möglich, diverse Kundenmeinungen zu kaufen. Doch ist das illegal und eine gute Idee?

Bewertungen beim Online Shopping

Im Bereich des Online-Shoppings geht es um Vertrauen. Schließlich kann die Ware nicht direkt begutachtet werden und man muss auf die Angaben des Verkäufers vertrauen. Daher sind die Meinungen anderer Kunden, die bereits ein ähnliches Produkt oder eine Dienstleistung gekauft haben, besonders wertvoll. Schließlich will man selbst für sein Geld die versprochene Ware pünktlich erhalten. Negative Bewertungen haben daher auch immer das Potenzial, eine Kaufüberlegung binnen weniger Augenblicke zunichtezumachen. Da jeder möglichst schnell online Geld verdienen will, liegt der Gedanke nahe, Meinungen zu kaufen.

Bewertung Onlineshop

Einen Anbieter suchen

Dazu bedient man sich einfach der Suchmaschine Google und sucht einen passenden Anbieter. Dabei finden sich allerdings nicht nur Seiten, die positive Google-Bewertungen anbieten. Auch Amazon-Bewertungen und Rezensionen anderer Plattformen lassen sich mit dem nötigen Kleingeld erwerben. So zahlt man schnell einige Hundert Euro, um Monat für Monat Kundenstimmen unter sein Produkt oder seine Dienstleistung zu bekommen.

Bewertung Google

Vorsicht vor Fake-Rezensionen

Allerdings muss man beim Bewertungen kaufen sorgsam vorgehen. Etwa, in dem ein Anbieter gewählt wird, der keine „fake“-Rezensionen verkauft. Viel mehr gilt es jemanden ausfindig zu machen, der über eine große Zahl verifizierte Mitglieder verfügt, die sicher schon bei dem eigenen Unternehmen eingekauft haben. Zudem ist es wichtig, dass dieser überprüft, ob die Rezensenten tatsächlich ein Produkt oder eine Dienstleistung beim eigenen Betrieb gekauft haben. Denn nur so ist das Bewertungen kaufen entsprechend legal, da es sich um die objektiven Meinungen echter Menschen handelt. Diese werden lediglich von einem Anbieter gefunden und direkt auf das Kundenportal umgeleitet.

Bewertung Fake

Irreführende Werbung

Ist dies nicht der Fall und kauft sowie veröffentlicht man manipulierte Bewertungen, ganz egal, ob das auf Amazon, Google oder dem eigenen Shop ist, handelt es sich um irreführende Werbung. Somit kann ein Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, kurz UWG, vorliegen. Konkret geht es dabei um § 5 Abs. 1 Nr. 1 UWG. Denn der Unternehmer macht in einem solchen Fall „unwahre und zur Täuschung geeignete Angaben“. Daraus entsteht für den Verbraucher ein übertriebenes oder verzerrtes Bild eines Produkts oder einer Dienstleistung, die nichts mit der Realität zu tun haben. Insofern wird der Verbraucher, der von der Echtheit der Rezension ausgeht, getäuscht oder zumindest in die Irre geführt.

Die Verlockung, einfach irgendwelche Bewertungen zu kaufen, ist logischerweise groß. Denn über diese lässt sich ein interessierter Käufer schneller im Kaufvorhaben überzeugen. Hinzukommt der Effekt, dass aus den ausschließlich positiven Bewertern ein verzerrtes Bild entsteht, sodass angenommen wird, dass das Produkt oder die Dienstleistung „wirklich“ gut sein muss. Die Überraschung tritt freilich erst dann ein, wenn das Bestellte geliefert wird. Wehe dem, der dann in der Kundenbetreuung den wütenden Käufer entgegennehmen muss.

Besonders die großen Marktplätze haben in der Vergangenheit mit immer mehr Misstrauen zu kämpfen. Denn gekaufte Bewertungen sind immer wieder Thema und so ist es nicht nur Amazon und eBay daran gelegen, die verstärkt auszusieben.

Bewertung Gesetz

Bewertungen aus verifizieren Käufen

Dabei gibt es durchaus die Möglichkeit, völlig kostenlos an echte Bewertungen zu kommen. Das mag zwar im Vergleich zu verifizierten Käufern, deren Bewertungen gekauft werden, aufwendiger und langwieriger sein, ist jedoch kostenlos. Das Zauberwort in diesem Bezug heißt „Fragen“. Wer seine Kunden bittet, ein Feedback zu verfassen, wird von zufriedenen Kunden viel nettes Feedback bekommen. Umso überzeugter ein Kunde letztendlich ist, desto wahrscheinlicher ist, dass er eine Bewertung da lässt. Das Ganze kann zudem noch vereinfacht werden, in dem dem Käufer direkt ein Link zur Bewertung des eigenen Unternehmens zugeschickt wird. Der hierfür nötige Zeitaufwand liegt bei wenigen Minuten.

Bewertung verifizierter Kauf

Kleine Geschenke für Bewertungen und Feedbacks

Manch einer koppelt die Bitte um das Feedback an ein kleines Geschenk. So kommt die Rechnung mit einer Süßigkeit, die als „Wiedergutmachung“ für den Aufwand einer Bewertung übermittelt wird. Oder ein Wellnesshotel legt am vorletzten Tag etwas spezielles für den Gast ins Zimmer mit dem Hinweis, dass sich das Hotel über ein Feedback freuen würde. Diese kleinen Gesten erwecken in erster Linie bei der betreffenden Person ein umsorgtes Gefühl. Auf der anderen Seite wird jedoch direkt mit dem „schlechten Gewissen“ gespielt. Denn schließlich hat man bereits etwas erhalten, für das noch keine Gegenleistung erbracht wurde. Daraus entsteht dann die Ansicht, noch etwas schuldig zu sein und so wird eine Bewertung geschrieben.

Wer das im eigenen Unternehmen umsetzen möchte, sollte sich Fragen, ob ein solches oder ein ähnliches Vorgehen überhaupt Sinn ergibt. Wichtig dabei ist, stets kreativ zu sein. Betteln oder zwingen ist kontraproduktiv!

Bewertung Geschenk

Ehrliche Perspektive der Bewertung

Generell ist festzuhalten, dass einzelne Kundenbewertungen eine Menge können. Allerdings sagen sie im Grunde nichts über das eigene Unternehmen, das Produkt oder die Dienstleistung aus – zumindest wenn nur eine Quelle zurate gezogen wird. Um Rückschlüsse ziehen zu können und eine ehrliche Perspektive zu erhalten, ist es nötig die Bewertungen und angebotenen Dinge oder Leistungen ebenfalls auf anderen Portalen und Profilen zu überprüfen. Damit das mit den Bewertungen, Gekaufte oder per Akquise auch klappt, braucht es also den Blick über den Tellerrand. Und da gibt es neben Amazon, Google und Co. noch eine Menge anderer wie etwa Jameda, Kununu, Facebook oder auch Trusted Shops.

Bewertung Sterne

Influencer für deine Bewertung integrieren

Wer als Start-up beginnt und schlicht noch keine wirklichen Kundenstimmen einfangen konnte, der setzt auf das passende Content Marketing oder auf Influencer Marketing. Bei Letzterem sucht man sich einen Influencer, den man etwa in den Marktstart integriert und der für das kostenfrei zur Verfügung gestellte Produkt auf seinen Social-Media-Kanälen entsprechend Werbung macht. Ist die Follower-Gemeinde groß genug, besuchen einige von diesen den Shop und kaufen in der Folge die angebotene Dienstleistung oder Produkte.
Es führen also viele Wege ans Ziel.

Bewertung Social Media

Fazit

Bewertung Fazit

Für welchen man sich nun entscheidet, ist freilich jedem selbst überlassen. Wichtig ist einzig ehrlich zu bleiben und Bewertungen nicht zu „faken“. Denn das führt sicher zu Problemen und ist wenig hilfreich, um den Kunden langfristig zu überzeugen.

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